Duden Newsletter 20.8.10 Thema: lernen

http://www.duden.de/deutsche_sprache/sprachberatung/newsletter/archiv.php?jahr=2010

„lernen, lernen und nochmals lernen – heißt oft die Devise. Dass der Umgang mit dem Lernen aber in jeder Beziehung gelernt sein will, zeigen wir Ihnen gleich zu Beginn.
Wo gelernt wird, bedarf es natürlich auch eines Lehrenden, doch auch das Lehren hat sprachlich betrachtet so seine Tücken.
Und schließlich haben wir noch zwei interessante Redewendungen rund ums Lernen für Sie nachgeschlagen“

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Wie ist das „ie“ entstanden?

aus dem Newsletter Duden 6.8.2010    Duden Newsletter

„Die Entstehung der ie-Schreibung

Eine Besonderheit der deutschen Rechtschreibung ist es, das lange i nicht als ih zu schreiben (Ausnahmen sind die Pronomen ihm, ihr und ihn), sondern als ie. Wie kam es eigentlich dazu? Bei derLösung dieses Rätsels hilft ein Blick ins Mittelhochdeutsche. Damals gab es ebenfalls Wörter, die mit ie geschrieben wurden, allerdings wurde es da auch so gesprochen, nämlich als Diphthong ( = Doppellaut) – ähnlich wie im Bayrischen.
Zum Neuhochdeutschen hin erfolgte dann eine sogenannte Monophthongierung. Das bedeutet, dass die mittelhochdeutschen Diphthonge ie, uo, üe jeweils zu langem i, u und ü wurden. Ein schönes Beispiel ist liebe guote brüeder, was im Neuhochdeutschen zu liebe gute Brüder wird.
Bei uo und üe wurde die Schreibweise jeweils entsprechend der neuen Aussprache geändert – nur beim „ie” blieb sie erhalten. Um lange i-Laute, die auf dem Weg zum Neuhochdeutschen zusätzlich entstanden waren, zu kennzeichnen, wurde diese Schreibung dann sogar auf Wörter ausgeweitet, in denen das e ursprünglich gar nicht stand. So wurde beispielsweise aus der mittelhochdeutschen zwibel (mit kurzem i) die neuhochdeutsche Zwiebel.“