Forschungsthema: Erwachsene mit Leseproblemen

Vortrag bei der Bilanzkonferenz Mai 2015 alphabund:
Kognitive Grundlagen der Lese-Defizite von Erwachsenen, Implikationen für die Praxis , Prof. Dr. Sascha Schroeder, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung,  ppp

wichtige Punkte aus dem Vortrag:

Welche Erkenntnisse lassen sich von leseschwachen Kindern auf funktionale Analphabeten übertragen?  (S.10)
Es ist nicht davon auszugehen, dass zwischen dem funktionalen Analphabetismus und anderen Lesedefiziten ein kategorialer Unterschied besteht.

Was können wir tun?

 Förderprogramme für funktionale Analphabeten: (S. 19)
– Bislang stand v.a. der Abbau motivationaler Barrieren und die Erhöhung der Teilnehmerquoten im Vordergrund.
– Kaum Verwendung prinzipien-geleiteter Curricula. – Teilnehmer sind sehr heterogen.
– Der Wert diagnostischer Verfahren ist umstritten.
– Es ist bislang wenig darüber bekannt, welche Förderprogramme für Erwachsene langfristig wirksam sind.
– Vorläufige Befunde sprechen häufig für geringe Effektivität.

Fokussierung auf Probleme bei der Wort- und Satzverarbeitung (S.21):
– Erhöhung der Dekodiergeschwindigkeit (Buchstaben-Laut-Zuordnung).
– Steigerung der Effizienz des lexikalischen Abrufs (flashcard reading etc.).
– Sukzessive Erhöhung der Leseflüssigkeit auf der Satz- und Textebene (repeated reading etc.), Nutzung von prosodischen Cues für die syntaktische Analyse.
– Änderung des selbst-gesteuerten Leseverhaltens, Erhöhung der effektiven Lesemenge.

Die Bedeutung von Lesen in der Freizeit

Verlag Spaß am LesenKolumne von Ralf Beekveldt

„Deutschland ist bereit, funktionalen Analphabetismus gezielt zu bekämpfen.(…) Dennoch fällt bei allen neuen Initiativen eine Sache auf: Fiktive Literatur als Mittel, um besser lesen zu lernen, wird bei fast jedem Ansatz vernachlässigt.)…) “

Wiss. Studie in den Niederlanden:
„Die Resultate: Jugendliche, die kontinuierlich in ihrer Freizeit zum Buch greifen, schneiden im Durchschnitt bei Lese- und Sprachtests besser ab. Das Lesen von Büchern wirkt sich selbst positiver auf Wortschatz, technisches Lesen und Rechtschreibung aus, als dies durch schulische Aufgabenstellungen in der Regel der Fall ist. Diese Tendenz bestätigt sich am deutlichsten bei schwachen Lesern.“