Mrz2012 09

Kultusministerkonferenz

Kampf gegen Analphabetismus: Kultusministerkonferenz und Volkshochschul-Verband werben für große gesellschaftliche Beteiligung an nationaler Strategie

ZEIT onlineMerkel will Hartz-IV-Bildungspaket überprüfen lassen

Berlin (dpa) – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will in zwei Jahren das Hartz-IV-Bildungspaket für bedürftige Kinder auf seine Wirksamkeit überprüfen lassen. ….

Im Rahmen einer gemeinsamen nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland sollen in allen Ländern Koordinationsstellen eingerichtet werden und mit den Sozialpartnern zusammenarbeiten. Die Länder wollen Bildungsgutscheine für Grundbildung ausgeben. …”

Mrz2012 07

Das ADAG hat eine umfassende Übersicht über abgelaufene überregionale Projekte aus den Jahren 1982 bis 2009 online gestellt. Die „Chronologie der überregionalen Projekte in der Alphabetisierung und Grundbildung“ von Monika Tröster und Jürgen Genuneit finden Sie hier.

Mrz2012 05

Beratung im Bundestag über Anträge der Grünen und  der Linken zur Alphabetisierung und Grundbildung

Deutscher Bundestag – 17. Wahlperiode – 162. Sitzung. Berlin, Donnerstag, den 1. März 2012
Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung der Anträge (Tagesordnungspunkt 16 a und b) 19367 DebattePlenum010312:
– Bildungsarmut durch Alphabetisierung und Grundbildung entgegenwirken
– Niemanden abschreiben – Analphabetismus wirksam entgegentreten, Grundbildung für alle sichern

siehe auch unter www.alpha-fundsachen.de/archives/2618

Mrz2012 05

leo Newsletter

Aktuelles, Allgemein Kommentare deaktiviert

leo Newsletter  hier

Nr 3   Funktionaler Analphabetismus trotz höherer Bildung

Nr 2  Erwerbstätigkeit trotz funktionalem Analphabetismus

Nr 1 Verteilung des Funktionalen Analphabetismus in den alten und neuen Bundesländern

Mrz2012 02

reticon  01.03.2012, (G) Ein Gastbeitrag von Jürgen Genuneit zum Thema “Analphabeten im Alter”.

Analphabeten im Alter
Ein Thema für das Europäische Jahr 2012 „Aktives Altern und Generationensolidarität“

Eine wissenschaftliche Studie hat Anfang 2011 festgestellt, dass 7,5 Millionen deutschsprachige Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren (funktionale) Analphabeten sind. 33 Prozent von ihnen sind 50 – 64 Jahre alt. Das sind 16 Prozent der erwerbsfähigen deutschsprachigen Gesamtbevölkerung. Der Anteil der (funktionalen) Analphabeten bei den über 65-Jährigen ist unbekannt. Er dürfte über 20 Prozent liegen.

Diese Zahlen sind erschreckend. Der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. (www.alphabetisierung.de) nimmt deshalb das Europäische Jahr 2012, das das Thema „Aktives Altern und Generationensolidarität“ hat, zum Anlass, um auf die Probleme älterer Analphabeten hinzuweisen. Wer als älterer Mensch nicht oder nicht ausreichend lesen und schreiben kann,

-       der wird schneller alt
-       dem droht soziale Isolation
-       der wird schneller krank
-       der wird früher abhängig von anderen
-       der wird schneller zum Pflegefall
-       der kommt früher ins Alters- oder Pflegeheim

Lesen und Schreiben kann man auch noch im fortgeschrittenen Alter lernen. Es fördert die geistige und körperliche Mobilität, stärkt das Selbstbewusstsein, fördert soziale Kontakte, hält gesund und schafft Lebensfreude. Deshalb fordert der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. ein ausreichendes Kursangebot zum nachträglichen Lesen- und Schreibenlernen für ältere Menschen, das ihren Bedürfnissen entspricht.

Um eine breitere Öffentlichkeit, aber auch Fachleute und Fachinstitutionen auf ältere Analphabeten und ihre Probleme aufmerksam zu machen, bietet der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. mit Unterstützung des Verlags Ernst Klett Sprachen (Stuttgart) einen Vortrag/Workshop von Annerose und Jürgen Genuneit mit dem Thema „Analphabetismus im Alter“ an.

Der Vortrag/Workshop, der auch auf ältere Menschen mit Migrationshintergrund eingeht, untersucht, welche Ursachen und Folgen Analphabetismus im Alter hat, stellt Fälle und Schicksale aus der Praxis und aus literarischen Texten vor, diskutiert, unter welchen Voraussetzungen es sinnvoll ist, altersspezifische Kurse einzurichten, und entwickelt Eckpunkte für ein Kurskonzept, das die besonderen Bedürfnisse älterer Analphabeten berücksichtigt.

Der Vortrag/Workshop kann gebucht werden beim
Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.
Berliner Platz 8 -10, 48143 Münster
Tel.: 0251/490996-0                Mail: bundesverband@alphabetisierung.de

oder direkt bei

Jürgen Genuneit
Martin-Luther-Str. 22
70372 Stuttgart
Tel.: 0711/566320     Mail: j.genuneit@t-online.de      Website: www.alpha-genuneit.de

Feb2012 17

“Die Schreib- und Lesekompetenz von Jugendlichen und Studenten wird zunehmend schlechter – obwohl wir in einer modernen Kommunikationsgesellschaft leben. Woran das liegt und welche Rolle Medien, Eltern, Schulen und Universitäten spielen, erklärt Dr. Andreas Belwe, Dozent für wissenschaftliches Arbeiten und Business Ethics an der International School of Management (ISM). Sein Fachartikel erschien in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift “Psychologie Heute”. …..

… Abgesehen von telegrammstilartigen Mails oder SMS wird über das Studium hinaus kaum geschrieben und selbst hier tauchen erhebliche Mängel auf. Fehlerhafte Grammatik, Interpunktion, Wortwahl und mangelhafte Orthografie – rund 60% der Studierenden haben mit diesen Schwierigkeiten zu kämpfen, schätzt der ISM-Dozent….

Die neuen Medien haben nicht nur das Kommunikations-, sondern auch das Lese- und Schreibverhalten revolutioniert. Doch für die sich verschlechternden Lese- und Schreibkompetenzen sind sie nicht allein verantwortlich. Die Erziehung im Elternhaus spielt eine ebenso wichtige Rolle. “Eltern müssen ihren Kindern vorleben, wie wichtig Lesen und Schreiben ist. Das beinhaltet mit den Kindern zu lesen, zu schreiben und vor allem zu sprechen.” Doch das kommt in vielen Familien zu kurz – ein Defizit entsteht, das die Schulen nicht mehr ausgleichen können .    …. ”
hier mehr bei teachersnews

Feb2012 17

Literacy und kulturelle Teilhabe

Grundbildungskurse in der Ausstellung “Picasso 1905 in Paris“ – ein Praxisbericht über die Literacy Week in Bielefeld -  von Marion Döbert.    hier bei reticon

….  Der Besuch der Ausstellung „Picasso 1905 in Paris“ mit Unterrichtenden und Lernenden aus Grundbildungskursen war eingebunden in die Aktivitäten zur „Literacy Week Bielefeld“.  …

Bei einem Besuch der Ausstellung „Picasso 1905 in Paris“ in der Kunsthalle Bielefeld wurde deutlich, wie schwer die Zugänge zu Kultur für Menschen mit geringer Grundbildung sind, aber auch wie offen, lernbegierig und interessiert dieselben Menschen sind, sobald die Zugangs-Hürden überwunden sind. Daraus ergeben sich Empfehlungen für Projekte und Vorhaben zur Steigerung der kulturellen Teilhabe von Lernenden aus Grundbildungskursen.

Jan2012 24

Gefunden auf der Seite von Klar und Deutlich – Agentur für einfache Sprache  hier
siehe auch  Spaß am Lesen Verlag   hier    und Blablameter  hier

Hurraki ist ein Wörterbuch für leichte Sprache    hier
Viele Menschen reden umständlich. Nicht jeder versteht das.
Die Wörter bei Hurraki soll jeder verstehen können.
Niemand soll ausgegrenzt werden.
Alle haben ein Recht auf Information.
Hurraki ist kostenlos
Hurraki ist für alle.
Jeder darf die Wörter lesen. Jeder kann mitmachen.

Beispiel:
 Adjektiv
Ein Adjektiv ist eine Wortart.
Ein Adjektiv beschreibt wie etwas ist.
     Gleiche Wörter
Eigenschaftswort
Wiewort
    Genaue Erklärung
Ein Adjektiv wird klein geschrieben.
Ein Adjektiv beschreibt wie etwas ist.
Beispiel:
Der Sonnenuntergang ist schön.
Das Wort schön ist das Adjektiv.

Jan2012 24

Entschließung des Rates über eine erneuerte europäische Agenda für die Erwachsenenbildung  hier der Wortlaut

Die Begriffe Analphabetismus oder Alphabetisierung tauchen nicht auf,  unter “gering qualifiziert”  finden man das Folgende, Hervorhebungen von mir. AS

“… Die Krise hat gezeigt, welch bedeutende Rolle die Erwachsenenbildung ( 1 ) dabei spielen kann, die Ziele der Strategie „Europa 2020“ zu erreichen, indem sie Erwachsenen — insbesondere den gering qualifizierten und älteren Arbeitnehmern — ermöglicht, ihre Fähigkeit zu verbessern, sich den Veränderungen des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft anzupassen. Erwachsenenbildung bietet Personen, die von Arbeitslosigkeit, Umstrukturierungen und beruflichen Übergängen betroffen sind, Möglichkeiten zur Höherqualifizierung und zur Umschulung; zugleich leistet sie einen wichtigen Beitrag zur sozialen Eingliederung, zum aktiven Bürgersinn und zur persönlichen Entwicklung….” S.1

S.3…”Besondere Aufmerksamkeit sollte daher der Verbesserung der Angebote für die große Zahl gering qualifizierter Europäer gelten, auf die die Strategie „Europa 2020“ ausgerichtet ist, wobei mit Lesen, Rechnen und Maßnahmen der „zweiten Chance“ als Vorstufe zu einer Höherqualifizierung für einen Arbeitsplatz und das praktische Leben im Allgemeinen begonnen werden sollte. Der Erwerb von Grundfertigkeiten als Grundlage für die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen für lebenslanges Lernen ( 2 ), die Bewältigung des Problems des Schulabbruchs ( 3 ) sowie von Fragen wie Ausbildung und soziale Eingliederung von Migranten, Roma und benachteiligten Gruppen verlangen eine konzertierte Aktion in der Schul- und in der Erwachsenenbildung. …”

S. 5 …. 1. Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität …
“— Stimulierung der Nachfrage nach und Entwicklung von umfassenden und leicht zugänglichen Informations- und Orientierungssystemen, flankiert von effizienten Aufklärungsstrategien, mit denen potenzielle Lernende sensibilisiert und motiviert werden sollen, insbesondere in Bezug auf benachteiligte Gruppen, Schulabbrecher, Jugendliche, die sich weder in der Schul- oder Berufsausbildung noch in fester Anstellung befinden, gering qualifizierte Erwachsene, insbesondere solche mit Lese- und Rechtschreibschwächen, und verbunden mit Aussichten auf eine zweite Chance, welche zu einem gemäß dem Europäischen Qualifikationsrahmen anerkannten Qualifikationsniveau führt.
— Förderung des Engagements der Arbeitgeber in Bezug auf arbeitsplatzgestütztes Lernen im Hinblick darauf, sowohl arbeitsplatzbezogene Kenntnisse und Fertigkeiten als auch umfassendere Fertigkeiten auszubauen, auch durch flexiblere Arbeitszeitregelungen.”

 

 

Jan2012 17

Systemische Alphabetisierung

Allgemein Kommentare deaktiviert

Ute Jaehn-Niesert, aus Psychologie & Gesellschaft, Nr 139, 2011, S.93-112   Jaehn Systhemische Alphabetisierung Psychol u Gesellsch    mit Genehmigung der Autorin

Der systemische Blick in der Alphabetisierung von Jugendlichen und Erwachsenen mit z. B. folgenden Fragen:
Was den Teilnehmer daran gehindert hat, die Schriftsprache in ausreichendem Maße zu erlernen?
Was hat dazu geführt, ein Lernproblem entstehen zu lassen?
Welche Bedingungen haben es begünstigt?
Welchen persönlichen „Gewinn“ hatte er davon?
Wen hätte er womöglich verloren?
Was würde sich in seinem Leben ändern, wenn er keine Probleme mit der Schriftsprache hätte?
Welche Konsequenzen würden sich für ihn daraus ergeben?