Feb2012 03

Kritische Anmerkungen zu diesem Projekt

Zukunftsszenario

Das klingt toll und nach schöner neuer Welt: Man untersucht die “Patientengruppe” im Kleinkindalter, wählt die genetisch und neuronal prädestinierten “Legastheniker” aus und behandelt sie. Bis zur Schule sind sie dann fit, um ohne Probleme lesen und schreiben zu lernen.
Gemessen an der Anzahl der Übernahmen der Pressemitteilung in Online-Portale hat dieses Szenario offenbar einen hohen Nachrichtenwert.

Allerdings geben die Forscher keinerlei Hinweis darauf, wie denn nun nach der Diagnose der “identifizierte Legastheniker” therapiert werden soll. Und auch nicht, was eine solche Untersuchung bei Eltern, Erzieherinnen und  Kindern auslösen und wie sie sich auf unser Erziehungs- und Bildungssystem auswirken würde.

Kritikpunkte am “Frühtest zur Diagnose von Legasthenie” …

- Ganzer Artikel hier  Legakids

 

Jan2012 24

“Unterschiede in der neuronalen Aktivität könnten Früherkennung verbessern

Kinder mit Legasthenie haben bereits vor dem Beginn des Lesenlernens veränderte Gehirnfunktionen. Zwei Gehirnareale, in denen unter anderem gehörte Worte verarbeitet werden, sind bei diesen Kindern weniger aktiv als normal. Das zeigt, dass diese Veränderungen nicht erst durch die Probleme beim Lesenlernen entstünden, wie zuvor teilweise angenommen. Stattdessen deute alles daraufhin, dass sich die Unterschiede im Verhalten und in der Verarbeitung von Sprache bei diesen Kindern bereits in den ersten Lebensjahren entwickelten.

Möglicherweise seien sie sogar angeboren, berichten US-amerikanische Forscherinnen im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Diese Erkenntnis könne dabei helfen, betroffene Kinder früher als bisher zu erkennen und gezielt zu fördern….”

weiter bei scinexx
Man beachte auch die weiteren Artikel zum Thema weiter unten, z.B. das Legasthenie Gen wurde schon 2006 entdeckt, aber bewirkt hat das nichts. AS

siehe auch Tagesspiegel

 

Jan2012 13

13. Januar 2012 Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie und das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften aus Leipzig entwickeln gemeinsam einen Frühtest zur Diagnose von Legasthenie. Ziel ist es, Legasthenie bereits im Kleinkindalter zu erkennen und dadurch früher und effektiver zu behandeln.    weiter hier

Kritischer Artikel dazu bei Legakids  Frühtest zur Diagnose von Legasthenie – bahnbrechend oder belastend?
“…Anhand der medizinischen Untersuchungen wird letztlich willkürlich eine Grenze zwischen “normal” und “gestört” gezogen – die Bandbreite von Normalität kindlicher Voraussetzungen und Entwicklungen wird immer enger gefasst. Dadurch werden immer mehr Kinder mit Diagnosen belastet und stigmatisiert. Statt ihre Möglichkeiten Interessen und Begabungen zu fördern, wird auf ihre vermeintlichen Defizite fokussiert. ….”
Jan2012 11

Auf der Tagung des Landesverbandes Legasthenie und Dyskalkulie von Baden Württemberg am 19.11.2011 hielt Prof. Cordula Löffler einen Vortrag,  hier die ppp Weingarten_LvL_19 11 2011_Loeffler

Dez2011 12

Recht auf Bildung und individuelle Förderung statt Selektion und Stigmatisierung.

Zusammenfassung des Artikels hier bei Lesen in Deutschland,  die ausführliche Fassung ist als pdf-Datei (20 Seiten, 888 KB) abrufbar unter www.legakids.net .

Überschriften
Kindern droht zusätzliche Stigmatisierung
Eigenmotivation und Selbstheilungskräfte werden gebremst
Zuständigkeiten werden verlagert
„Kind, mach ja viele Fehler“: Die Gefahr der Gefälligkeitsgutachten
Der Begriff Krankheit suggeriert eindeutig feststellbare Diagnose und medizinisch orientierte Behandlung
Defizite des Kindes werden in den Mittelpunkt gerückt
Vorwissen, Vorerfahrungen und Kompetenzen der Kinder werden ausgeblendet
Wesentliche, das Kind umgebende Situationen werden ausgeblendet
Ausblenden einer ressourcenorientierten Diagnostik
Schlussfolgerungen

 

 

 

Die Definition von Legasthenie als Krankheit, Störung oder Behinderung führt zu Selektion und Chancenungleichheit

Dez2011 07

Legasthenie Diskussion

Legasthenie/LRS Kommentare deaktiviert

In den Artikel kann man die Einschätzungen des Bundesverbandes Legasthenie ganz gut wieder finden. AS

In der Schwäche liegt die Kraft  - der ganze Artikel Tagesspiegel

“Für manche bleibt Rechtschreibung ein Rätsel. Man müsse Legasthenie früh therapieren, sagen Psychiater. Eine Legasthenikerin hält den Nachteil dagegen für eine Chance. Darüber hat sie ein Buch geschrieben. (Frauke Bergemann:Wieviel legasthe.nie steckt in jedem von uns? Vom Glück vielfältiger Möglichkeiten“)  …..

Für Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in München ist das kein Argument. „Sicher entwickeln manche Betroffene bei entsprechender Begabung kreative und berufliche Alternativen für sich“, so Schulte-Körne. Doch würden zahlreiche erwachsene Legastheniker in seine psychotherapeutische Ambulanz kommen, weil sie einfach nicht mehr weiter können. „Einige vermögen ihre Defizite vielleicht gut zu kompensieren, doch vielen gelingt das nicht. Im schlimmsten Fall verzweifeln und vereinsamen sie“, sagt Schulte-Körne. Mit einer echten Lese- und Rechtschreibstörung sei einem Menschen die Teilhabe am normalen beruflichen und sozialen Leben deutlich verwehrt.

Das (Schreiben nach Gehör AS) wiederum hält Gerd Schulte-Körne  für eine „absolute pädagogische Fehlentwicklung“: Das Konzept ignoriere die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre, nach denen Orthographie das grundlegende Prinzip für den Schriftspracherwerb ist, kritisiert er. So unmöglich es derzeit noch ist, die genauen Ursachen für Legasthenie zu verstehen – Wissenschaftler gehen von einer genetischen Komponente aus, aber auch von der großen Bedeutung der phonologischen Bewusstheit, also der Fähigkeit, Sprachlaute zu analysieren – so kompliziert ist auch die Diagnose dieser „Teilleistungsstörung“, wie man sie auch nennt. Anders als es Bergemann postuliert, sind sich die Experten einig, dass die Chancen auf Kompensation umso größer sind, je früher eine Störung richtig erkannt und therapiert wird. Generell positiv sehen sie aber ihren Hinweis auf die vielfältigen Begabungen von Kindern. …”

Nov2011 21

Dieser  Beitrag wird immer aktualisiert.

Es gibt bisher nur eine bruchstückhafte Auseinandersetzung zum Thema: Welchen Unterschied gibt es zwischen Analphabetismus und Legasthenie. Die Bundesverbände Legasthenie (BLV) und Alphabetisierung und Grundbildung (BAG) vermeiden jeweilig den anderen Begriff.
Im BVL sind Eltern und Therapeuten organisiert, die auf der Schul- und Ausbildungsebene schon viel erreicht haben (Nachteilsausgleich). In einem Aufsatz von Petra Küspert in der LeDy 3/11 “Legasthenie im Erwachsenenalter” wird mit keinem Wort erwähnt, dass es Volkshochschulkurse, Selbsthilfegruppen oder das Lernportal www.ich-will-lernen.de gibt. Die Beschreibung der Problematik und der Therapie/Unterrichtsansatz unterscheiden sich in keiner Weise.
In der Definition „funktionaler Analphabetismus“ der„Zielgruppenanalyse“ des vom BMBF eingerichteten Förderschwerpunktes „Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung für Erwachsene“ wird der Begriff Legasthenie vermieden (s.u.).

Abgrenzung: Analphabetismus / Legasthenie / Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)/ Lese-Rechtschreibstörung

Almut Schladebach: Definition Legasthenie: (nach Wikipedia)
Legasthenie ist die Bezeichnung einer neurobiologischen Störung. Als Ursache werden eine genetische Disposition, Probleme der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung, der Verarbeitung der Sprache und vor allem der Phonologie angenommen. Diese Bezeichnung wird besonders im Bereich der Medizin und Psychologie und vom Bundesverband Legasthenie (BVL) verwendet. Der Begriff Legasthenie ist umgangssprachlich durchaus präsent, wird jedoch in der Amtssprache, in wissenschaftlichen Publikationen und von internationalen Organisationen wie der WHO zunehmend durch die Bezeichnung Lese-Rechtschreibstörung (LRS) bzw. Dyslexie ersetzt. Insgesamt ist die Definition umstritten und sehr schwierig. Es sind Menschen mit „normaler“ Intelligenz, die Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben haben. Es gibt zudem so viele verschiedene Formen der Legasthenie wie es Legastheniker/-innen gibt. Es gibt sogar Professoren, die Legastheniker sind. Bei diagnostizierter Legasthenie gibt es einige Unterstützungsmöglichkeiten in öffentlichen Bildungseinrichtungen (Nachteilsausgleich mit längeren Prüfungszeiten u.ä.). Allerdings kostet eine Diagnose zwischen 200€ und 400€, weil sie von Psychologen oder Ärzten vorgenommen werden muss. Zum Teil übernehmen das die Kassen.
Ketzerisch gesagt sind Menschen aus der „Mittelschicht“ mit Lese- und Schreibproblemen Legastheniker, Analphabeten nennt man die aus der sogenannten „Unterschicht“. Letztere hatten keine Eltern, die sich Therapeuten leisten konnten. Die Gründe liegen also eher im sozialen Bereich.                             (Nov. 2011)

  • Anfang 2012 wird im Waxmann Verlag die Dissertation  von Michael Grosche erscheinen
    Titel: Analphabetismus und Lese-Rechtschreib-Schwächen.
    Ergebnisse der Studie finden sich in ” Beeinträchtigungen in der phonologischen Informationsverarbeitung bei funktionalen Analphabeten”. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 25 (4), 277-291.., 2011
    “Die Untersuchung kommt zum Schluss, das für Legasthenie und funktionalen Analphabetismus dieselben phonologischen Beeinträchtigungen ursächlich verantwortlich sind. Zwar hat Analphabetismus ohne Frage deutliche soziale Gründe, die phonologischen Störungen sind allerdings auch sehr wichtig, um das Phänomen Analphabetismus verstehen zu können.” Grosche
  • (d) Abgrenzung und Verhältnisbestimmung zur Legasthenie in “Ein Grund für Bildung”, Prof., Dr.  Harald Wagner,Ev. Hochschule f. Soz. Arbeit Dresden, Bielefeld 2011, S. 89
  • Legasthenie kritisch gesehen :
    Legasthenie
    , Ada Sasse, Bernhard Hofmann (Hg), Berlin 2006;
    Legasthenie – Geschichte einer Pathologisierung, Doris Bühler-Niederberger, S. 20
    Der medizinische Ansatz der Legasthenie und seine Problematik, Renate Valtin, S.44
    Legasthenie – eine Krankheit, eine Behinderung, eine Störung? Kurzfassung LiD, Langfassung  legakids
  • Definition  Analphabetismus BAG www.alphabetisierung.de
  • Was ist funktionaler Analphabetismus? Fachgruppe „Zielgruppenanalyse“ BMBF eingerichteten Förderschwerpunktes „Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich Alphabetisierung/Grundbildung für Erwachsene“  www.alphabetisierung.de
  • Analphabetismus, Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche, Alfa-Rundbrief Nr 30, 1995  hier
  • “Erwachsene, denen zwar grundsätzlich die Aneignung von literalen Kompetenzen möglich ist, die aber aufgrund psychoorganischer Beeinträchtigungen Schwierigkeiten beim Schriftspracherwerb hatten oder haben. Hierunter fallen alle Erwachsene mit zum Beispiel Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, Lernbehinderungen und auditiven oder visuellen Wahrnehmungsstörungen.” Egloff, B., Grosche, M., Hubertus, P. & Rüsseler, J. (2011). Funktionaler Analphabetismus im Erwachsenenalter: eine Definition. In Projektträger im DLR e.V. (Hrsg.), Zielgruppen in Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener. Bestimmung, Verortung, Ansprache (S. 11-31). Bielefeld: Bertelsmann,  S. 22
  • Definitionen: Legasthenie, Lese-Rechtschreibstörung und Lese-Rechtschreibschwäche oder LRS
    Bundesverband Legasthenie
  • Legasthenie Diskussion, Tagesspiegel 6.12.11, alpha-fundsachen Zusammenfassung hier 
  • google News : neuste Meldungen zum Thema Legasthenie hier
Okt2011 19

App Wörterjagd

Die Lurs’ Wörterjagd-App – spielend lesen für unterwegs


Die Wörterjagd macht den Kindern soviel Spaß, dass wir sie jetzt auch als App programmiert haben. Die App ist intuitiv über die Berührung des Bildschirms zu bedienen. Geübt werden beim Spiel die Unterscheidung von Nomen, Verben und Adjektiven sowie schnelleres und genaueres Lesen.

Ab sofort ist die Wörterjagd-App für alle gängigen Smartphones – natürlich kostenlos –  über den “Android Market” erhältlich.

Fragen zu LRS, Legasthenie, Lernschwierigkeiten bei LegaKids

z.B.:

Die Frage “Bleibt eine LRS oder Legasthenie ein Leben lang oder kann sie behoben werden?” ist nicht einfach mit ja oder nein zu beantworten. Viele Faktoren spielen eine Rolle, wenn es darum geht, ob eine Schwäche im Lesen und Schreiben irgendwann einmal ganz behoben werden kann. Es kommt sehr darauf an, wann mit einer Förderung und Unterstützung begonnen wird.  Am besten ist es natürlich, wenn diese möglichst früh ansetzt. Vor allem gilt es auch, negative Erlebnisse und Frustrationen gering zu halten.

Jun2011 08

Für diejenigen, die hauptsächlich mit Kindern zu tun haben, lohnt es sich, den Newsletter zu abonnieren.

Es gibt aber auch Spiele und Informationen, die für Erwachsene geeignet sind. legadids.net

Wörterjagd (Wortarten “abschießen”)

Mrz2011 21

Erster Österreichischer Bundesverband Legasthenie
Es sind 20136 Seiten online zum Thema Legasthenie/LRS/Dyskalkulie.    Arbeitsblätter

Mehr als 300 Spiele – Programme zum Herunterladen, Spiele mit Beschreibungen – sind zu finden unter www.legasthenietrainer.at

Unterrichtsmaterialien Alphabetisierung

“Die zweiteiligen Unterrichtsmaterialien „Alpha 123“ wurden – im Gegensatz zu sonst häufig verwendeten Volksschulunterlagen – speziell für die Bedürfnisse erwachsener Lerner/innen entwickelt. Primäres Ziel ist die Vermittlung der lateinischen Druckschrift. Der „Grundkurs“ umfasst die graphomotorische Erarbeitung der Buchstaben, Lautarbeit, Schreib- und Leseblätter, diverse Übungen zur Festigung des Erworbenen sowie Impulse für Sprechanlässe. Der „Zusatzteil für Trainer/innen“ enthält weiteres Arbeitsmaterial sowie die ausführliche Anleitung zum Anfertigen von Bild-, Wort- und Buchstabenkarten. “                         

Download (auf zip Datei drücken, dann öffnet sich ein pdf) auf der rechten Seite der Homepage des Österreichischen Integrationsfonds