Medizinische Definition von Legasthenie schränkt Sichtweise ein

Pressemitteilung alphaPROF  „Wenn ein Kind schlecht lesen und rechtschreiben kann, hat es Legasthenie!“ – das ist eine häufig getroffene Aussage. Damit wird die Situation als Krankheit oder Störung beschrieben und das Kind erhält einen „Stempel“. Dabei gibt es vielfältige Ursachen für Lernschwierigkeiten beim Lesen und Schreiben (LRS) und ebenso viele Möglichkeiten, die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten zu verbessern.

Frühtest zur Legasthenie-Diagnose

„Max-Planck-Institut entwickelte Frühtest zur Legasthenie-Diagnose
Jedes zwanzigste Kind leidet unter einer ausgeprägten Lese-Rechtschreibschwäche, der sogenannten Legasthenie. Je eher sie festgestellt wird, desto besser für die Zukunftsaussichten der betroffenen Kinder. Die Direktorin des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften, Professorin Angela D. Friederici beschäftigt sich täglich mit dem Thema. Dank der präzisen Erforschung der Sprachnetzwerke im Gehirn können Friederici und ihr Team nun mit über als 90 Prozent Exaktheit abschätzen, ob ein Kind unter diesem Defizit leiden wird.“ Bundesregierung

19. Bundeskongress Legasthenie und Dyskalkulie vom 17. bis 19. März 2017 in Würzburg, „Erkennen, fördern und fordern: Neue Erkenntnisse zur Legasthenie und Dyskalkulie“ hier

 

 

Legasthenie: Gehirn tickt anders

„Gehirn von Betroffenen kann sich weniger gut an bekannte Reize anpassen
Erhöhte Arbeitsbelastung: Das Gehirn von Legasthenikern muss sich bei der Reizwahrnehmung stärker anstrengen. Denn es passt sich weniger gut an die Eigenheiten schon bekannter Klänge oder Formen an, wie Forscher in Experimenten feststellten. Das könnte erklären, warum es Menschen mit Legasthenie schwerer fällt, Lesen und Schreiben zu lernen: Ihr Gehirn wird durch die komplexen Aufgaben stärker belastet.“ Lesen Sie weiter

Dyslexie: Was verbirgt sich hinter der Lesestörung?

„Fast jedes zehnte Kind leidet an einer Lesestörung, einer Unterform der Lese- und Rechtschreibstörung. Bis vor wenigen Jahren noch glaubten viele, dass vor allem schlechte Bildung und mangelnde Unterstützung schuld an der Störung, auch Dyslexie genannt, seien. Neuere Studien jedoch lassen eine biologische Ursache vermuten. Deutlicher gesagt: Der Grund für die Erkrankung liegt wahrscheinlich in den Genen. “     Interview mit der Forscherin spektrum.de
(Anm. d. Red.: Im Englischen wird zwischen einer Lese- und einer Schreibstörung unterschieden. Die deutsche Sprache differenziert hier weniger genau und fasst beides unter dem bekannten Sammelbegriff Legasthenie zusammen.)

Legasthenie: Gehirn tickt anders

Erhöhte Arbeitsbelastung: Das Gehirn von Legasthenikern muss sich bei der Reizwahrnehmung stärker anstrengen. Denn es passt sich weniger gut an die Eigenheiten schon bekannter Klänge oder Formen an, wie Forscher in Experimenten feststellten. Das könnte erklären, warum es Menschen mit Legasthenie schwerer fällt, Lesen und Schreiben zu lernen: Ihr Gehirn wird durch die komplexen Aufgaben stärker belastet. scinexx

Unlocking Dyslexia

Mehrere Artikel auf Englisch     nrp

It’s the most common learning disability, yet it’s still hard to answer the question: What is it? An NPR reporter who has dyslexia talks with other people — young and old — in search of answers.

Diagnose Legasthenie vor Schulbeginn

in der Sendung „Im Gespräch“ in  deutschlandradiokultur sagte die Neuropsychologin Angela Friederici „Wenn wir uns die Gehirne angucken bei Kindern im Alter von fünf Jahren, haben wir die Möglichkeit, mit einer relativ hohen Sicherheit von inzwischen über 90 Prozent die Voraussage zu machen, dass es nachher zu einer Legasthenie kommen kann.“

Angela Friederici leitet die Abteilung Neuropsychologie am Max-Planck-Institut in Leipzig. Sie kann uns unter anderem erklären, wie die Grammatik den Weg in unsere Gehirne findet.

International Literacy Assoiation 2016

dgls Hier finden Sie einige Präsentionen von der Annual Convention der International Literacy Association (ILA) in Boston, 9. – 11. Juli 2016.
Zum Herunterladen finden Sie u. a. den Hauptvortrag von John Hattie. Das Literacy Research Panel von IRA bereitet zur Zeit eine Stellungnahme zum Thema Dyslexia (Legasthenie) vor und hatte zwei Forscherinnen zu einem Featured Research Symposium eingeladen: Donna Scanlon und Renate Valtin.

Professor mit Legasthenie

Wenn es nach einigen Lehrern gegangen wäre, dann wäre Tiemo Grimm jetzt Gärtner.  ….. Heute ist Grimm ein geachteter Humangenetiker und Spezialist für erbliche Muskelkrankheiten und Biostatistik. Inzwischen ist er 71 Jahre alt, Professor der Universität Würzburg und noch immer in seinem Forschungsfeld aktiv. Denn seine große Leidenschaft gilt der genetischen Entschlüsselung der Legasthenie, der Lese- und Rechtschreibstörung. Grimm versucht zu ergründen, unter welchen Bedingungen sie vererbbar ist. Denn erst viele Jahre nach seiner Schulzeit verstand er selbst, was es mit seiner „einseitigen Begabung“ auf sich hat. …“   FAZ

NRW : Wenn Wörter zu Feinden werden

RP   Düsseldorf. Eine Lese- und Rechtschreibstörung kann zu massiven Einschränkungen in Schule und Ausbildung führen. Die Düsseldorferin Birgit Jantsch hat die Selbsthilfegruppe „Las Legas“ gegründet, um Betroffenen zu helfen. …
„Einer der wichtigsten Punkte ist die Kooperation zwischen Eltern, Schule und Behörden. Diese wird auf allen Papieren immer betont, aber in der Realität ist sie nicht existent“, sagt Jantsch. „Und auch, wenn das Land Nordrhein-Westfalen für das kommende Jahr die Mittel für die Alphabetisierung von 500.000 auf eine Million Euro erhöht hat, so wäre es sinnvoll, eine Kooperation auf Landes- und kommunaler Ebene zu schaffen.“ Um Anregungen auch auf politischer Ebene anzustoßen, hat sie Kontakt zu großen politischen Parteien aufgenommen.