Ausbildung ohne Schulabschluss: Wie soll das denn gehen? In der Tat können sich deutsche Personaler wohl keinen unattraktiveren Bewerber vorstellen als den verpeilten Hauptschulabbrecher ohne Abschlusszeugnis. Obwohl er oder sie auf die Lehrstelle vielleicht ganz gut passen würde. Aber was mache ich eigentlich als Bewerber in so einer Situation? Wie überzeuge ich die Betriebe, dass ich sehr wohl eine Chance verdient habe? Wie finde ich ohne Abschluss eine Lehrstelle? Karrierebibel zeigt Wege auf. karrierebibel
Kategorie: Benachteiligte
Legasthenie im Studium
„Ich denke bis heute manchmal: Ich bin dumm„, Buchstaben und Bildung – das hängt nach allgemeiner Ansicht klar zusammen. süddeutsche
Fast jeder 200. Student in Deutschland ist Legastheniker. Doch oft wissen weder Betroffene noch Universitäten, wie sie mit der Behinderung umgehen sollen. Es gibt die Möglichkeit von Nachteilsausgleich allerdings nicht einheitlich.
Und er ist Legastheniker. Ein Gespräch über den Starrsinn von Behörden, vermeintlich dumme Kinder und eine Wissenschaftskarriere trotz Lese-Rechtschreibstörung: süddeutsche
An der VHS-Hamburg gibt es Kurse Stufe 4/5
– für Menschen, die lesen und schreiben können, aber Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung haben, aber weniger Fehler machen und unsicher sind.
DieBetroffenen möchten nicht in einen „normalen“ Rechtschreibkurs, weil sie Schreibblockaden haben. Sie schämen sich, eben weil sie einen Realschulabschluss oder gar Abitur haben. Bei vielen ist das Problem in der Schule nicht erkannt worden oder sie wurden als Legastheniker diagnostziert , aber die Schule hatte kein Förderkonzept.
Steuergeld zurück wegen Lese- und Rechtschreibschwäche
Ohne Abschluss keine Chance
Das Rahmencurriculum Lesen, Schreiben, Rechnen des dvv auch mit telc-Tests reicht wohl leider nicht aus. AS
Höhere Armutsgefährdung von gering Qualifizierten als 2005 hier
hier bei idw Dr. Paul Stoop Informations- und Kommunikationsreferat, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH
„Höhere Kompetenzen zahlen sich für gering qualifizierte Männer kaum aus
In Deutschland verfügen 17 Prozent aller gering qualifizierten Männer über gute mathematische Kompetenzen, obwohl sie keinen Berufs- oder Studienabschluss haben. Trotzdem sind sie nicht häufiger erwerbstätig als gering Qualifizierte mit sehr niedrigen Kompetenzen, denn auf dem deutschen Arbeitsmarkt zählt vor allem der berufliche Abschluss. …“
Diskussion um Inklusion
- Deutschland legt sich quer: Bund und Länder widersprechen der Auslegung von inklusiver Bildung durch den UN-Fachausschuss bildungsklick
- Schwingende Zeigefinger, verschränkte Arme, struwwelige Haare und hochgekrempelte Ärmel: Inklusion, ein Kommentar von Thomas Meysen bildungsklick
- Otto Speck, emeritierter Professor für Sonderpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München , in der süddeutsche zeitung hier
„Das Gesetz zur schulischen Inklusion behinderter Kinder basiert auf Übersetzungs- und Denkfehlern. Wenn Förderschulen abgeschafft werden, überfordert das Kinder und Lehrer. Und es spart kein Geld.
…Die Verabsolutierung des Inklusionsprinzips durch den Bundestag wurde dadurch möglich, dass der englische Terminus „general education system“ fälschlicherweise mit dem deutschen Begriff der „allgemeinen Schulen“ (im Unterschied zu den Förderschulen) gleichgesetzt wurde. „General education system“ entspricht aber eindeutig dem, was wir als „allgemeinbildendes Schulsystem“ (im Unterschied zu berufsbildenden Schulen) verstehen, und zu dem nach deutschem Schulrecht eindeutig auch die Förderschulen gehören. Insofern könnte das deutsche Bildungssystem formal als ein „inklusives“ angesehen werden. …“
- Antwort von Hans Wocken, Professor für Lernbehindertenpädagogik und Integrationspädagogik in Hamburg 1980 Emeritierung 2008 hier
Die Replik benennt zahlreiche Errata des Artikels, die sowohl von einer unzulänglichen Sachkenntnis zeugen als auch auf recht eigenwillige Textinterpretationen hinweisen.
In der Alphabetisierung ist die Diskussion bisher nicht schriftlich geführt worden. Es erfordert besonderes Fingerspitzengefühl, Menschen mit geistigen Einschränkungen und Menschen, denen eine geistige Behinderung wegen ihrer Lese-, Schreibschwäche von der Gesellschaft unterstellt wird, in einem Kurs zu unterrichten. Hier spielt auch wieder die Definition von Legasthenie herein, (kurz: normale Intelligenz, aber LRS).
In HH gibt es seit 25 Jahren spezielle Kurse für Menschen mit Behinderungen, dies geschah nach Fortbildungen mit der Lerntherapeutin Christel Manske. Die Grenzen zwischen Lernbehinderung und geistiger Behinderung sind allerdings fließend, dies wird in einer individuellen Beratung festgestellt. Wir versuchen immer möglichst homogene Lerngruppen anhand der alpha-Level und der Motivation der Teilnehmenden herzustellen. AS
Studie zum subjektiven Nutzen lebenslangen Lernens
übernommen von bildungsspiegel.de hier
Das Outreach–Empowerment-Diversity-Netzwerk (OED) ist darauf fokussiert, Inklusion zu verstärken und die Vielfalt der Weiterbildungsprogramme zu fördern. In diesem Zusammenhang hat das Netzwerk nun konkrete Vorschläge und Empfehlungen veröffentlicht, wie die unterrepräsentierten Gruppen erreicht und durch Lernprozesse gestärkt werden können
Laut einer kürzlich durchgeführten Studie zum subjektiven Nutzen lebenslangen Lernens wirkt sich Erwachsenenbildung auf allen Ebenen positiv aus. Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich glücklicher, gesünder und selbstbewusster. Die Lernenden nehmen stärker am gesellschaftlichen Leben teil, sind toleranter und bessere Eltern. Dieser Nutzen ist bei bildungsbenachteiligten Bevölkerungsgruppen offensichtlicher. Auf Grund dessen fordert das OED-Netzwerk besondere Maßnahmen in diesem Bereich.
Arbeitsbedingungen in der Berufsvorbereitung: Der 13-Euro-Lehrer
Schlechte Schüler landen oft in „Bildungsmaßnahmen“. Dort sollen sie fit gemacht werden für Ausbildung und Arbeitsmarkt. Doch die Lehrer verdienen selbst weniger als Fachkräfte am Bau – Prekariat unterrichtet Prekariat. www.sueddeutsche.de
719 000 junge Leute begannen 2013 nach der Schule eine Berufsausbildung, 525 000 besuchten eine weiterführende Schule und 511 000 studierten.
258 000 jedoch landeten dem Bundesinstitut für Berufsbildung zufolge im Übergangsbereich. ..47 000 begannen eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme.
Viele der Schule sind funktionale Analphabeten, das zum Thema Prävention
Nachteilsausgleich für behinderte Auszubildende
Handbuch für die Ausbildungs- und Prüfungspraxis, Hrg: Vollmer, Kirsten; Frohnenberg, Claudia, W.Bertelsmann Verlag, 2014, Preis: 29,90 € kostenloser download
Nachteilsausgleich u.a. für Lernbehinderungen, psychische Behinderungen, Lese-, Rechtschreibstörung (Legasthenie) hier Inhalt hier
Behinderte Menschen haben laut Gesetz ein Recht auf Nachteilsausgleich in Ausbildung und Prüfung. Das Handbuch bietet eine Fülle von Informationen zu Behinderungsarten und geeigneten Formen des Nachteilsausgleichs. Fallbeispiele zeigen konkrete Lösungsmöglichkeiten und helfen so bei der praktischen Umsetzung des gesetzlichen Gebots. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf psychischen Behinderungen und Beeinträchtigungen.
Focus online, 10.10.2014 Azubis mit Legasthenie können Nachteilsausgleich beantragen hier
Forschungsprojekt : Diabetes einfach schulen
Diabetes einfach schulen Forschungsprojekt SITD hier mehr
Für Menschen mit geringen Lese- und Schreibkompetenzen ist es schwierig an den Schulungen bei Diabetes teilzunehmen,
deswegen gibt es dieses Projekt am UKE HH.
Eine Verstetigung des Projekts sowie eine Weiterentwicklung der Website mit Ausweitung des Angebots wird angestrebt.
| Förderer | Bundesministerium für Bildung und Forschung | |
| Laufzeit | Januar 2012 bis Juli 2014 | |
| Partner | AOK Nordost, Bundesverband Alphabetisierung e.V. | |
| Ansprechpartner | Claudia Mews |
Unterrichtsmaterial für Jugendliche
Unterschied: Leichte Sprache – Einfache Sprache
Worin besteht der Unterschied zwischen der Einfachen und der Leichten Sprache?
-
Regeln der Leichten Sprache /Regeln der Einfachen Sprache skoutz
- Leichte Sprache auf dem Prüfstand, sprachwissenschaftler in Germersheim untersuchen die Vorteile von vereinfachtem Deutsch für Behinderte, ausländische Mitbürger und Senioren, …Die bei Weitem kürzeste durchschnittliche Lesezeit verbuchte die Leichte Sprache, während die Texte in Einfacher Sprache und das Original praktisch gleichauf lagen. Detaillierte Ergebnisse der großen Studie werden im Frühjahr 2017 veröffentlicht. … uni mainz
- Taz Artikel Verwendung von leichter Sprache hier
- Leichte Sprache – Einfache Sprache . Andreas Baumerrt: Diese Literaturrecherche versucht eine Darstellung des Leseprozesses sowie der Leichten Sprache, die Menschen mit Lesestörungen dienen soll. hier
- Bundeszentrale für Politische Bildung 9-11/2014 Feb 2014 : Leichte und Einfache Sprache (rechts sind die Artikel online lesbar), das Helft kann man auch bestellen hier
u.a. Gudrun Kellermann: Leichte und Einfache Sprache – Versuch einer Definition hier
Sven Nickel: Funktionaler Analphabetismus hier
Leichte Sprache – Ein Ratgeber hier beim BMAS - Die Begriffe einfache und leichte Sprache haben grundsätzlich die gleiche Bedeutung. Die leichte Sprache geht unserer Meinung nach aber noch einen Schritt weiter. KoGis Bremen hier
- Deutscher Bundestag, Drucksache 17/12724,13. 03. 2013, Antrag Fraktion der SPD Zugänge schaffen und Teilhabe erleichtern – Die Einfache Sprache in Deutschland fördern hier
Ein Indiz für die noch mangelnde Differenzierung ist, dass die Begriffe „Leichte“ und „Einfache Sprache“ häufig synonym verwendet werden.Dabei sind die Texte in vielen Fällen durchaus unterschiedlich. Der Spaß am Lesen Verlag beispielsweise hebt insbesondere folgende Unterschiede hervor: Danach arbeitet die „Einfache Sprache“ (Leseniveau A2/B1) nicht mit Fremdwörtern oder Fachbegriffen und die Schrift ist größer. Von den Anforderungen her liegt sie aber noch über der „Leichten Sprache“ (Leseniveau A1), die mit Bildern, einfachen Worten und sehr kurzen Sätzen arbeitet. Darüber hinaus werden Texte in „Leichter Sprache“ in erster Linie für Personen mit geistiger Behinderung bereitgestellt. Weil beide Angebote mit unterschiedlichen Methoden und Schreibniveaus arbeiten, ist es also wichtig, zwischen „Einfacher“ und „Leichter Sprache“ zu unterscheiden. Die „Einfache Sprache“ ist für Menschen mit Lese- und Schreibschwäche und hierauf ausgerichtete Angebote und die „Leichter Sprache“ ist für Menschen mit Behinderung und damit Angebote, die beispielsweise im Rahmen des Behindertengleichstellungsgesetzes umgesetzt werden.
- Aktion Mensch: Unterscheidung Einfache Sprache – Leichte Sprache
- Institut für angewandte PR hier
Leichte Sprache für alle
„Leichte Sprache für alle“ bedeutet:
Wir orientieren uns
an den Regeln für Leichte Sprache.
Die Regeln sind unsere Richtschnur.
Wir halten uns an die meisten Regeln.
Welche Regeln das sind,
können Sie in den folgenden Texten nachlesen.
Der Unterschied:
Wir nutzen „Leichte Sprache für alle“ für alle Menschen.
Diese Texte sind ein wenig schwieriger
als Texte in Leichter Sprache.
Aber trotzdem kann man sie sehr gut lesen.
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Analphabetismus auf der Leipziger Buchmesse
Filme im Rahmen der Leipziger Buchmesse , gute Beiträge, nicht die alte nur Betroffenheitsmasche, sondern sehr differnziert
mdr aktuell : Analphabetismus – auch heute ein Problem hier
n24: Aufklärung auf der Leipziger Buchmesse hier
Sachsen -Fernsehen, auch als Textbeitrag:Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt hier
Sachsenspiegel :Zum Lesen und Schreiben lernen ist es nie zu spät hier
Neue Materialien zur Erwachsenenbildung zum Thema Bildungsbenachteiligung
Über Bewältigungsformen und Kompetenzen von Menschen mit geringen Schriftsprachkompetenzen. erwachsenenbildung.at
„Bildung sei heute in einem nie da gewesenen Ausmaß die Grundvoraussetzung für soziale Integration und für die Verteilung von sozialen Chancen. Das Menschenrecht auf Bildung werde damit zur „Menschenpflicht“, so Manfred Krenn von der Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt, FORBA. Er untersucht in einer kürzlich erschienenen Publikation die Entwicklung von Basisbildungsbedarf, insbesondere von geringen Schriftsprachkompetenzen (Lesen und Schreiben), und geht einen Schritt über viele andere Untersuchungen zu diesem Thema hinaus:
Er fragt, welche Strategien Betroffene zur Bewältigung geringer Schriftsprachkompetenzen entwickeln und wie sie sich dennoch in unserer „Wissensgesellschaft“ behaupten.
„Aus dem Schatten des ‚Bildungsdünkels‘. Bildungsbenachteiligung, Bewältigungsformen und Kompetenzen von Menschen mit geringen Schriftsprachkompetenzen“ von Manfred Krenn steht ab sofort als Ausgabe 1/2013 der Reihe „Materialien zur Erwachsenenbildung“, herausgegeben vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, zum Download bereit. …“
Unterricht: Güte-Pass für Lerner in der Grundbildung
Im ABC-Projekt in Oldenburg gibt es eine Unterrichtseinheit „Erkenne dich selbst und verkaufe dich gut!“ zu diesem Thema.
Bei dieser etwas anderen Art der Arbeitsmarktvorbereitung handelte es sich um ein 30-stündiges Unterrichtsprojekt im Rahmen der einjährigen Maßnahme „Arbeitsplatzbezogene Grundbildung“, einem innovativen Angebot der VHS Oldenburg für die umliegenden Jobcenter. hier mehr
Analphabetin verurteilt –
weil sie es nicht geschafft hat, ihren Sohn zum regelmäßigen Schulbesuch zu veranlassen.Die Frau ist zu 9 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Dies meldet dpa und viele Zeitungen hier drucken die Meldung. z.B ein Artikel im Kölner Stadtanzeiger hier
Interessant ist, dass in allen Beiträgen erwähnt wird, dass die Mutter Analphabetin ist. Diese Tatsache hat aber die Richterin anscheinend nicht für relevant befunden. Es steht nirgends, ob es irgendwelche Unterstützung gegeben hat und geben wird. 1000 Tage Schule hat er versäumt. Das sind ja ca 6 Jahre. Was ist außer Bußgeldbescheiden passiert? Die Berliner Morgenpost erwähnt, dass sich der Schulleiter an den Sozialen Dienst gewandt hat – 1 Mal hätte es ein Gespräch gegeben. Was war in der Stadt in der sie vorher gewohnt haben?
