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Genuneit: Boxen und Analphabetismus

Jürgen Genuneit : j.genuneit@ t-online.de  www.alpha-genuneit.de   hier     Boxen und Analphabetismus

Boxen ist besonders in den USA eine Sportart, die sowohl schwarzen als auch weißen Unterprivilegierten die meist zweifelhafte Chance bietet, ihrem Elend zu entfliehen. Deshalb gibt es unter ihnen auch in Spitzenpositionen mehrere Analphabeten. Beispiele dafür sind als schwarze Boxer Muhammad Ali und Sonny Liston, deren Begegnungen im Ring ihre jeweiligen Karrieren entscheidend prägten

Sonny Liston und Muhammad Ali machten beide als Boxer – trotz ihres Analphabetismus – Karriere.

Genuneit: Analphabeten revoltieren – Shakespeare

Jürgen Genuneit www.alpha-genuneit.de

Analphabeten revoltieren gegen die Schrift. Ein Beitrag zum 400. Todestag von William Shakespeare Analphabeten revoltieren

Im Spätmittelalter durchdringt die Schriftlichkeit in Europa immer stärker den Alltag. So kommt es in England  Mitte des 15. Jahrhunderts zu einer Revolte gegen die zunehmende Verschriftlichung, die William Shakespeare in seinem Drama „König Heinrich VI“ schildert (Teil 2, Aufzug 4, Szene 2).

Genuneit: Zum Tod von Mankell

Tea-Bag – eine Analphabetin
Aus Anlass des Todes von Henning Mankell am 5.Oktober 2015
Vielen ist Henning Mankell bekannt als Autor von Kriminalromanen mit dem Kommissar Kurt Wallander. Doch Mankell hat auch andere Romane geschrieben. Die meisten haben Bezug zu Afrika, das er als seine zweite Heimat betrachtete. Zu diesen Romanen gehört auch der Roman „Tea-Bag“, der 2001 auf Schwedisch und 2003 erstmals auf Deutsch erschien.

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Genuneit: Sind Analphabeten potentielle Mörder?

Ruth Rendell starb am 2. Mai 2015 im Alter von 85 Jahren. Aus Anlass ihres Todes folgt hier eine Rezension des Romans, die Jürgen Genuneit für den Alfa-Rundbrief Nr. 20, Sommer 1992 (S. 32) verfasst hat:Ruth Rendell (2)05052015

1977 veröffentlichte die britische Bestseller-Autorin Ruth Rendell ihren Kriminalroman „A Judgement in Stone“, der 1982 unter dem Titel „Urteil in Stein“ in deutscher Übersetzung erschien. In diesem Krimi schildert sie, wie eine Analphabetin zur Mörderin wird.
Der Krimi wurde zweimal verfilmt:
1985: Blutiger Engel (Regie: Ousama Rawi)
1995: Biester (Regie: Claude Chabrol)
2002 sendete der rbb eine deutsche Hörspielfassung unter dem Titel „Blutschrift“, die 2004 als DVD erschien.

„Sind Analphabeten potentielle Mörder?
‘Eunice Parchman tötete die Familie Coverdale, weil sie nicht lesen und schreiben konnte.‘ Mit diesen dürren Worten beginnt Ruth Rendells spannender Krimi ‚Urteil in Stein‘, in dem eine Analphabetin zur Mörderin wird.

Genuneit: Dick und Doof

Dick und Doof als Analphabeten an der Universität  – Aus Anlass des 50. Todestages von Stan Laurel am 23. Februar 2015

Es handelt sich um den 1940 gedrehten Film „In Oxford“ (A Chump At Oxford), der 1950 in deutscher Version in die Kinos kam und dort zeitweise auch unter dem Titel „Wissen ist Macht“ oder „Dick und Doof als Studenten“ lief.
Hier der Text  Dick und Doof

Dick und Doof in: Wissen ist Macht   hier zum Film auch Youtube

Genuneit: Siegfried Lenz „Der Leseteufel“

Zu Siegfried Lenz „Der Leseteufel“ aus Anlass seines Todes am 7. Oktober 2014

Siegfried Lenz hat viele Romane und Erzählungen geschrieben, die alle sehr lesenswert sind. Zu einer seiner schönsten Geschichten gehört jedoch „Der Leseteufel“ aus dem Erzählband „So zärtlich war Suleyken“ – ein absolutes Muss für alle, die sich mit dem Lesen beschäftigen.Lenz Lesen macht stark

Genuneit: Analphabeten im Ersten Weltkrieg

Jürgen Genuneit

Buchstaben bringen den Tod – Analphabeten im Ersten Weltkrieg

Am 1. August vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg. Es war der erste industriell geführte Krieg mit einer Fülle technischer Neuerungen in der Tötungsmaschinerie. Analphabeten waren weder in der Lage, diese zu bedienen noch sich vor ihr zu schützen. Dennoch mussten viele Hunderttausende von ihnen an diesem Krieg teilnehmen – als Kanonenfutter, ohne zu wissen warum und wofür. …  Buchstaben bringen den Tod

Genuneit: Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Lesen und Schreiben

Weder Jim Knopf noch die Wilde 13 können richtig lesen.

Jim Knopf ist nie zur Schule gegangen und will auch später nicht lesen
lernen, da er fälschlich glaubt, man müsse als Lokomotivführer nicht
lesen können. Erst als er LiSi heiratet und Prinz wird, will er lesen
lernen. LiSi hat bereits als Baby lesen gelernt und macht sich
zeitweise über Jim Knopfs Analphabetismus lustig.
Auch die Wilde 13 kann nicht lesen (und auch nicht richtig
zählen). Jeder kennt nur einen Buchstaben und das macht
das Schreiben schwierig, wenn nicht unmöglich.
Es lohnt sich, die beiden Bände von Jim Knopf
unter diesem Gesichtspunkt noch einmal (zumindest quer) zu lesen.
Zum Lesen- und Schreibenlernen in der Kinderliteratur bieten
Annerose und Jürgen Genuneit  zwei Vorträge an:
www.alpha-genuneit.de

  •  Heidi und Peter auf dem Weg zur Schrift,  Lesen- und Schreibenlernen
    in Johanna Spyris Heidi-Romanen
  • Pippi Langstrumpf – Eine glückliche Analphabetin?
Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Lesen und Schreiben von Jürgen Genuneit
gekürzter Vortrag (S.85)  in DGLS  Lesen ist Verstehen – Schriften auf dem Weg zu Kindern. Das Buch gibt es als Download hier
  • Asterix und Kleopatra“ Hieroglyphen sind zwar Bilder, aber damit kann man auch Probleme bekommen
Siehe auch  Bücher von und mit Analphabeten, bzw Menschen mit Lese- und Schreibproblemen   hier

Genuneit: Albert Camus, ein Schriftsteller aus analphabetischer Familie

Eine Leseempfehlung aus Anlass seines hundertsten Geburtstages

 Am 7. November 2013 wäre der Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Albert Camus  hundert Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass möchte ich auf seinen letzten Roman aufmerksam machen: „Der erste Mensch“. In diesem Buch schildert er unter anderem, wie seine Kindheit in einem analphabetischen Elternhaus in Algerien verlaufen ist. Sein Vater hat erst mit zwanzig Jahren lesen und schreiben gelernt, seine Mutter nie, was sie besonders im Alter sehr bedauert. Erschütternd ist – um nur ein Beispiel zu nennen – die Szene, in der seine Mutter in einem Brief die Nachricht bekommt, dass ihr Mann im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Aufschlussreich ist auch die Schilderung des Spannungsverhältnisses von Schule und analphabetischem Zuhause. Dazu folgende Szene, in der die Mutter sich ihrem lesenden Sohn nähert:

Sie „beugte sich über seine Schulter. Sie sah das doppelte Rechteck unter dem Licht, die regelmäßige Aufreihung der Zeilen an; auch sie atmete den Geruch ein, und manchmal strich sie mit ihren von der Waschlauge steifen und faltigen Fingern über die Seite, als versuche sie besser zu erkennen, was ein Buch ist, und diesen mysteriösen, für sie unverständlichen Zeichen näherzukommen, in denen ihr Sohn so oft stundenlang ein Leben fand, das ihr unbekannt war und aus dem er mit diesem Blick herauskam, den er auf sie richtete wie auf eine Fremde. Die verkrümmte Hand streichelte sanft den Kopf des Jungen, der nicht reagierte, sie seufzte, dann ging sie und setzte sich weit weg von ihm.“ Ein faszinierendes Buch – nicht nur weil es sich mit Analphabetismus beschäftigt! 

Rowohlt Taschenbuch Verlag (1997)

www.alpha-genuneit.de